„Was vor uns liegt“ von Alba de Céspedes

AutorAlba de Céspedes
VerlagInsel Verlag
Datum17. November 2025
AusgabeGebundene Ausgabe
Seiten380
SpracheDeutsch
ÜbersetzerinEsther Hansen
ISBN-13978-3458645542

„Auch um jung zu sein und zu lachen, musste man frei sein. Alle dachten so, und sie waren allesamt intelligente junge Frauen.“ (Zitat Seite 207)

Inhalt

Emanuela Andori kommt im November 1934 in das Grimaldi-Konvikt in Rom, ein von Nonnen geführtes Wohnheim für junge Frauen während des Studiums. Rasch wird sie in den Kreis einer Gruppe von sieben Freundinnen aufgenommen. Sie treffen einander abends in jeweils einem der Zimmer, wo sie nicht nur miteinander lernen, sondern ihre persönlichen Pläne und Träume für die Zeit nach dem Abschluss ihres Studiums mit den anderen teilen. Doch nicht immer erfüllen sich die Hoffnungen und so ändern sich auch ihre Lebenswege. Einen Wunsch haben diese jungen Frauen jedoch gemeinsam, sie sehnen sich nach Freiheit und wollen sich den traditionellen Gesellschaftsnormen nicht mehr unterordnen.

Thema und Genre

In diesem Roman geht es um einen wichtigen Abschnitt im Leben von jungen Frauen, ihre Träume, Sehnsüchte und Geheimnisse. Themen sind die traditionellen Gesellschaftsstrukturen und die Situation der Frauen in Italien in den 1930er Jahren, aber auch Familie, Freundschaft und die Liebe.

Erzählform und Sprache

Die Handlung umfasst einen begrenzten Zeitabschnitt zwischen Studium, Abschluss und die darauffolgende Zeit. Frühere wichtige Ereignisse im Leben der acht Hauptfiguren Emanuela, Milly, Silvia, Anna, Xenia, Valentina, Vinca und August, werden rückblickend als Erinnerungen, Gedanken und Gespräche geschildert und ergänzen so die einzelnen Charaktere mit vielen prägenden Details. Daraus ergeben sich auch die Konflikte, Probleme, das Verhalten und die Entscheidungen, um die es in diesem Roman geht. Zusätzliche, lebhafte Schilderungen führen uns durch Rom, Florenz und weitere Orte Italiens und die Autorin nimmt sich Zeit für das Beschreiben der jeweiligen Familiengefüge und auch der Männer, die in das Leben der Frauen treten. Die Sprache ist zeitlos modern und auch heute noch ohne Einschränkungen ansprechend und angenehm zu lesen.

Fazit

Dieser Roman spielt 1934 und ist ein wichtiges, facettenreiches Zeitdokument, da er auch in dieser Zeit geschrieben wurde. Eine interessante, beeindruckende Lektüre.
 

Treffpunkt im Unendlichen – Klaus Mann

AutorKlaus Mann
NachwortFredric Kroll
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum Neuausgabe Dez. 2020
FormatTaschenbuch
Seiten332
SpracheDeutsch
ISBN-13 978-3499223778

„Und sind Bindungen, auf die Menschen sich einlassen, wirklich lockerer, als sie früher waren oder scheinen sie`s nur, weil die Zwangsvorstellung des Besitzes sich zu verflüchtigen anfängt? Ich glaube, sie scheinen nur lockerer.“ (Zitat Seite 138)

Thema, Genre und Inhalt

Dieser Roman spielt in Künstlerkreisen in Berlin und Paris und besteht aus Parallelszenarien, aus Handlungssträngen, jeder davon eine eigene Geschichte, die gleichzeitig stattfinden, jedoch voneinander getrennt sind. Die Figuren kennen sich teilweise, es sind  Freundeskreise, die sich manchmal überschneiden, manche pendeln auch zwischen den beiden Städten und Gruppen. Es sind vor allem die Abende und Nächte, die das Leben in dieser Zeit prägen, Menschen auf der Suche nach Glück, nach Ablenkung, nach Liebe, Freundschaft, nach Beziehungen mit finanzieller Sicherheit und neuen Möglichkeiten. Die Figuren in dieser Geschichte finden einander, verlieren einander wieder, treffen in neuen Konstellationen aufeinander. Während der junge Journalist und angehende Schriftsteller Sebastian Berlin verlässt und nach Paris reist, verlässt die junge Schauspielerin Sonja München und zieht nach Berlin. Auch sie treten in die jeweiligen Freundeskreise ein, ohne einander jedoch persönlich zu kennen, bis beide, völlig unabhängig voneinander, eine Reise nach Marokko planen.

Fazit

Klassiker wie dieser sind auf Grund des zeitgeschichtlichen Hintergrundes von zeitloser Aktualität. Gerade jetzt, in Zeiten politischer Veränderungen, stimmt dieser Roman, der in den 1930er Jahren in Deutschland und Frankreich spielt, sehr nachdenklich. Es ist nicht nur die Vielfalt an unterschiedlichen Themen, sondern auch die verschiedenen, realitätsnahen Charaktere, jeder und jede für sich präzise und in ihrem Verhalten nachvollziehbar geschildert, die sich zu einem lebhaften Gesellschaftsbild vereinen und diesen Roman auch heute noch zu einem beeindruckenden Leseerlebnis machen.